Erik Axl Sund: „Schattenschrei“ (Hörspiel)

Inhalt: „Endlich zeigen sich mehr und mehr Erfolge in den schattenschreiErmittlungen Jeanette Kihlbergs. Aber es wäre zu früh und zu einfach, davon zu reden, daß die Verbrechen aufgeklärt wären. Sofia Zetterlund macht derweil zwar Fortschritte in der Therapie mit Victoria Bergmann, aber dafür gestaltet sich ihre Zusammenarbeit mit der Kommissarin immer schwieriger, Und das führt die Psychologin geradewegs in die Hölle. Doch Was wirklich geschehen ist, ist schlimmer, als sie es sich vorstellen kann…“

Thomas M. Meinhard liest ca 11 Stunden, 40 Minuten lang den dritten Teil der Trilogie Sund´s, die mit „Das Krähenmädchen“ ihren Anfang nahm und mit „Narbenkind“ den zweiten Teil stellte. Beschäftige sich „Das Krähenmädchen“ mit den Ermittlungen an mehreren Morden an mißhandelten Kindern, stellt jedoch klar den Handlungsstrang um Victoria Bergmann, die als Kind von ihrem Vater mißbraucht wurde, in den Vordergrund. Natürlich bleiben die psychischen Folgen nicht aus und die Victoria entwickelt Schizophrenie. Die in Stockholm spielende Geschichte wird in „Narbenkind“ weitergeführt, als die ermittelnde Kommissarin Kihlberg nicht nur diese Fälle zu behandeln hat, sondern auch ihr Sohn nach einem gemeinsamen Besuch mit der Psychologin Zetterlund im Vergnügungspark verschwand.

Wie der Leser sich bereits langsam aber sich während des Handlungsverlaufs denken konnte, daß es sich bei der Psychologin Sofia Zetterlund und der mißbrauchten Victoria Bergmann um ein und dieselbe Person handelt, gleiten die beiden Haupt-Protagonistinnen immer weiter ohne dieses Wissen in die emotionale, psychische und ermittlerische Hölle. So wird Sofia auch in die Ermittlungen mit einbezogen, da niemanden klar ist, was es mit ihrer eigenen Psyche auf sich hat. Auch sie selbst nicht.

Wunderbar vorgetragen bahnt sich die Dramaturgie der Geschichte nicht zu langatmig und auch nicht zu einfach gestrickt ihren Weg – direkt zu auf den siedend heißen und unumgänglichen Punkt der Erkenntnis könnte man sagen. Eine Realität, wie sich jederzeit jederorts Fakt und Realität sein könnte, läßt einen hier noch mehr erschaudern – mögen doch nicht die Fakten und Umstände die selben sein: Doch allein die Art und Weise der Romane, den Leser derart an die Abgründe der Psyche zu führen, aufzuzeigen, was durchaus angerichtet werden kann und wie Leid immer weitere Kreise zu ziehen vermag.

Sund hat an Spannung, Hintergründigkeit und den Leser faszinierender Stimmung nicht gespart. Das immer tiefere Eintauchen in den Facettenreichtum, die Gedankenwelten, in die man sich unwillkürlich hineinversetzt fühlt und für sich selbst Unausgesprochenes nachempfinden kann, Gefühlswelten wunderbar auf sich projezieren kann ist die logische Konsequenz, setzt man sich mit dieser Trilogie auseinander. Natürlich kann man das Ganze auch schlicht als enorm intelligent und vielseitig gestrickten Krimi lesen bzw in diesem Falle: Lesen lassen. Für Fans tiefgründiger Thriller-Unterhaltung ein absolutes Muß. (Der Hörverlag/ Goldmann TB) EV

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