Novelists – maue Metal-Landschaft und große Leidenschaft

Frankreich meldet sich musikalisch mal wieder eindrucksvoll zu Wort und schickt mit Novelists eine Band ins Rennen, bei deren Sound einem Hören und Sehen vergeht. Das Debut der Jungs, „Souvenirs“, jagt einen den anderen wohligen Schauer über den Rücken. Modern Metal-Elemente gekonnt kombiniert mit Progressive-Einschlägen und dazu eine satte Portion Charisma. Novelists2015cNach Rezept oder Schema F sind Novelists dabei beileibe nicht vorgegangen, so nach dem Motto „wir bringen frischen Wind in die Szene – auf Biegen und Brechen.

„Bei uns war ja stilistisch mal rein gar nichts geplant oder explizit angepeilt. Wir haben alle, jeder für sich unsere Einflüsse und logisch differieren die auch. Was wiederum zu einer größeren Spannbreite an musikalischen Einflüssen führt, wie es auf der Platte auch zu hören ist.“ Und damit, wie die liebe Presse derzeit auf das Gehörte reagiert, ist die Band absolut zufrieden. Zumal, wie die Jungs einwerfen… „wir eine total junge Band sind, die es erst seit zwei Jahren gibt. Nach einer derart kurzen Zeit bereits solche Reaktionen und Zulauf zu bekommen, ist schon erstaunlich.

Und das über die komplette Welt hinweg, damit haben wir echt nicht gerechnet.“ Einen ganz besonderen Moment werden Novelists dabei wohl auch nie vergessen, auch wenn der vor dem Debut liegt: „Es war umwerfend, als wir unser erstes Video bis dato, ‚Twenty Years‘, veröffentlichten. Zum Zeitpunkt, als wir damit an die Öffentlichkeit gingen, hätten wir niemals gedacht, daß es derart oft geteilt und überhaupt angeschaut werden würde. Damals hatten wir gerade ein paar Monate auf dem Buckel.“Novelists2015a

Recht überrascht sind die Künstler dabei ganz besonders auch von einem Vergleich – der sich ihnen nicht wo wirklich erschließt. „Kürzlich wurden wir mit einem Musiker namens Sithu Aye vergleichen… und das ist echt strange, denn wir hatten bis dato noch nie von ihm gehört. Klar haben wir uns dann mal angehört, was dieser Künstler so macht. Es gefällt uns und daher freuen wir uns auch logisch über den Vergleich. Aber vorher… kein Plan. Ich selbst würd´s ja als Ambient Rock & Metal bezeichnen.“

Ja, das schwingt dennoch eine ganz gehörige Portion mehr von viel mit. Wie schon angesprochen, existieren Novelists noch gar nicht arg so lange – kann man sich also denken, daß die letzten Monate schon recht geschäftig und zackig über die Bühne gingen. „Wir entscheiden und in den ersten Monaten 2013 dazu, nicht wie meist üblich, eine EP herauszubringen, sondern unsere Songs wohl dosiert, also immer nur einen zur gleichen Zeit zu veröffentlichen. Es erschien uns sinniger als eine EP auf den Markt zu werfen, die in der Masse der Releases untergehen würde.

Später ging´s mit I The Brather auf Toru und wir machten uns an eine Full-Lenght-Scheibe.“ Getreu dem Motto ‚schlag auf Schlag‘ sollte es auch weitergehen. „Anfang diesen Jahre brachten wir dann ‚Gravity‘ aus dem anstehenden Debut als Video heraus und unser Manager John nutzte das in Kombination mit dem Album, um an diverse Labels heranzutreten. Nun ja, und nach einiger Korrespondenten und E-Mail-Verkehr schienen Arising Empire die optimale Plattenfirma für uns zu sein.“

Als hauptsächlichen Einflüsse für die ersten Gehversuche auf Plastik, sprich die erste EP, sieht die Band vor allem in den modernen Ausläufern der Progressive Metal-Szene, in Bands wie Perphery – klar änderte sich das alles ein wenig im Laufe der Zeit und wir fanden mehr und mehr unsere eigene musikalische Identität. Und Matt´s Texte – klar sprechen da die eigenen Erfahrungen und Ereignisse aus der Seele.“ Weniger als Einfluß dieser Art sieht die Band Live-Aktivitäten. „Touren, Konzerte… sind wichtig, keine Frage. Zum einen promotet sich die Band damit und zum anderen kristallisiert sich eine Sache heraus, die für eine Band auf Dauer sehr wichtig ist: Kann man eine gewisse Zeit wie eine Art Familie zusammenleben. Nicht nur Songs bei Facebook veröffentlichen und dann mit den üblichem Alltagskram weitermachen, sondern besteht wirklich eine Form von Team-Kompetenz usw. Und klar, nur so wird auch der direkte Kontakt und die Interaktion mit Fans wirklich Novelists2015blebendig und ist konkret möglich.“

Die schon angesprochenen verschiedenen Einflüsse der Geschmäcker der Band schlagen sich natürlich auch auf den eigenen Sound nieder – da ist man sich im Hause Novelists nicht ganz so einig, ob nun „Gravity“ oder „Echoes“ DER Song schlechthin ist. Einig ist man sich da schon eher, was die französische Metal-Landschaft zu bieten hat. Oder sollte man sagen: Eher kaum zu bieten hat?

„Bis vor ein paar Jahren war die französische Metal-Szene echt richtig schwachbrüstig und so gut wie nicht bestückt. Die einzigen Vertreter waren da eigentlich Gojira, die auch international etwas reißen. Ein paar vereinzelte Bands noch wie Betraying The Martyrs, As They Brun oder auch Chunk No Captain Chunk schafften es, bei größeren Labels zu unterzeichnen. Das scheint auch dem modernen, französischem Metal den Weg geebnet zu haben. Einige Leute wurden hellhörig, wenn man gute Arbeit ablieferte und wenn man sich entsprechend professionell verhält und auch arbeitet, kann man es auch schaffen. Insofern können wir heute auf eine Szene blicken, die mehr Türen öffnet und einiges schon in der Basis etwas einfacher.“

Ganz klar, daß die Jungs Blut geleckt haben und Action begierig sind. Also – auf ins Live-Getümmel. „Wir hauen live rein und nehmen Shows mit, soviel wie nur möglich. Und wir werden natürlich auch am nächsten Album schrauben – und eines vorweg: Es wird total anders als ‚Souvenirs‘.“ Klasse, da gewöhnt man sich gerade mal eine junge Band mit frechem Sound und dann darf man sich schon wieder umstellen, lach… Aber andererseits: Bei den überragenden Reaktion, sei es von der schreibenden Zunft und Co oder auch in den eigenen Firmen-Reihen: Was sollte da schief gehen. „Das Feedback ist absolut großartig und gerade von der Business-Seite wünschen alle ‚Souvenirs‘ gleichermaßen Erfolg, wie wir es tun. Dieser Background gibt uns natürlich Vertrauen für die Zukunft.“

Dabei scheint das selbst gesteckte Ziel der Band angesichts deren Könnens schon fast niedlich bescheiden – zeugt aber von einer echten Inbrunst, die hinter Novelists steckt. „Wir sehen es als große Herausforderung an, daß der nächste geschrieben Song besser und stärker wird als der vorangegangene – die nächste Show besser als die davor. Doch dabei sollen genau diese Momente und die Entwicklung auch genossen werden können. Die Fans begeistern, ihnen etwas geben, genauso wie uns selbst… die Leidenschaft soll nicht verloren gehen. Wir wünschen uns eine Weiterentwicklung und eine Vorankommen und dies dabei auch bewußt genießen.“

Na, das sind doch mal Worte, die von einer gesunden Portion Ehrgeiz meets Lebensgefühl und Hingabe sprechen. Natürlich wird es zu diesem Interview noch einen Nachschlag geben, die Band ließ es sich nicht nehmen, ein In Own Words für Euch zusammenzustellen und ich verrate: Tiefgang ist nicht gerade rar gesät. Derweil: Freut Euch auf das Album, schnappt es Euch bei der ersten Gelegenheit – Ihr werdet es nicht bereuen. EV

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