Amorphis: „Under The Red Cloud“

amorphisAmorphis sind eine Phänomen für sich. Nie wirklich absolut in eine Schublade zu stecken, doch stets enorm ausdrucksstark, sphärisch, düster, nachdenklich, kraftvoll, melodisch… Dark Metaller, Gothic, Melodic Metal-Freaks und auch die Death-Szene – Amorphis erreicht all diese Genres spielerisch und mit diesem Album setzen sie dem ganzen wirklich die Krone auf. „Under The Red Cloud“ ist ebenso typisch Amorphis wie alle bisherigen Silberlinge der Band und doch wieder etwas ganz anderes. Intensive, klare Vocals in der einen Sekunde, markantes Growling in der nächsten – und nicht bei den Vocals ist das ständige Wechselspiel wunderbar zusammengeformt.

Kraftvoll und düster präsentieren sich die Songs, mal mit kleinen Synthie-Einflechtungen, mal wird der Sound dadurch dominiert. „Bad Blood“ ist einer jener Songs, die mit 70er anmutenden Progressive-Elementen aufwartet – und nicht nur hier ist dies der Fall, auch bei anderen Tracks macht sich diese stilistische Wahnsinns-Mixtur aus geheimnisvollen, tiefgründigen Melodien, Eingängigkeit und verspielter, transparenter Vertracktheit breit. Erinnerungen an Threshold und Pendragon hallen einen durch die Gehirnwindungen und der weit schweifende, die Melodien sanft tragende Gesang trägt seinen Teil zur Intensität der Songs absolut bei.

Eine Portion Orient haben sich Amorphis für „Death Of A King“ geschnappt und wunderbar mystisch mit mondänen Flöten-Parts eingebaut, variable Vocals und eher hintergründiges Getrommel treiben sich gegenseitig zu einer erstklassigen und weit offenen Hookline auf. Wie lang jeder Song an sich ist – egal, man verliert sich in diesem Album. Ebenfalls ein klasse Doppelspiel stellt „Sacrifice“ dar, dominierende Synthesizer an einem Ende, trockene und akzentuierte Gestaltung der restlichen Instrumentierung. Ganz klar bahnen sich die Vocals zur Hook hin die Spitzenposition, während im Background detailvernarrt und etwas eigenwillig-facettenreich gespielt wird.

Neben einer Menge Tiefe, Dynamik und Eingängigkeit scheut sich die band natürlich auch nicht, mal Black Metal geprägteres Riffing an den Tag zu legen. Ein klasse Stück ist auch „Enemy At The Gates“, das wunderbar geführt ist und einen klasse Spannungsbogen mit einer Menge Abwechslung und Genre-Trademarks im petto hat. Dieses Album unbestritten eines der stärksten und vielschichtigsten Metal-Alben des Jahres und schafft es mit Leichtigkeit, auch andere Genres zu bedienen und sicher auch zu begeistern.

Tracklist:

Under The Red Cloud
The Four Wise Ones
Bad Blood
The Skull
Death Of A King
Sacrifice
Dark Path
Enemy At The Gates
Tree Of Ages
White Night

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