Staatspunkrott: „Nordost“

staatspunkrottTja, die eigene Ausrichtung finden, seine Position im Leben – rund um dieses Thema dreht sich die neue Scheibe der Punk Rocker. Die Frage nach der Ernsthaftigkeit, die ab einer gewissen Ära im Leben eintritt, wenn der (wahrscheinlich) endgültige weitere Weg festgelegt werden soll… Staatspunkrock gehen aus vielerlei Sichtweisen textlich an diese Thematik heran – und schlagen erstmal mit „Hier stirbt deine Jugend“ sehr zurückhaltend (hüstl) in die Kerbe. Tja, so sieht´s mal aus. Sowohl der Sound als auch die Lyrics gehen bei diesem Album Hand in Hand, es ergibt alles zusammen ein absolut stimmiges Bild und schafft dementsprechend natürlich auch eine authentische und glaubwürdige Atmosphäre.

Klar, der Dreh- und Angelpunkt stellt natürlich ein ernsthaftes Thema da, doch lassen sich Staatspunkrott nicht davon abbringen, ihre Worte mit Power, lebensbejahend und raffiniert wie auch eingängig zugleich unter die Leute zu bringen. „Nordost“ ist zwar musikalisch straight und klar ausgerichtet, doch ist das Album ebenso facettenreich wie auch der textliche Inhalt. Dabei bedienen sich die Jungs nicht nur bei den typischen Trademarks des Punk und Rock, auch härtere Passagen, die eher metal lastig inspiriert scheinen, schimmern durch, und verspielte Effekte zeigen sich relativ mager am Rande. Das soll der handwerklichen Umsetzung der Tracks keinen Abbruch tun, im Gegenteil, es paßt dazu und auch hier gilt: Manchmal ist weniger mehr. Und Gefrickel oder ellenlange Soli würden nicht dazu passen, um ein Beispiel zu nennen. Ganz außen vor sin solche Sequenzen freilich nicht, aber eben in einem soliden Rahmen, der dem Gesamteindruck dienlich ist.

Auch sind die Arrangements nicht produktionstechnisch durch Bombast oder zu viele Nebenkriegs-Schauplätze verwaschen: Drums, Bass, Gitarre, Vocals, paßt. Und straight durch. Wobei aber gerade die Klampfen manchmal in sphärischeren Passagen latent an Metallica erinnern. Zu komplexe Zur-Schau-Stellung würde nicht zum Sound der Band passen, hier regiert das solide, technisch versierte Grundgerüst an Instrumentierung und ausdrucksstarker Interpretation aller Beteiligten. Egal, welchen Song man sich als Einstieg vornimmt: Man wird mitgerissen und das absolut überzeugend. Die Komplexität dieses Albums liegt eher im Verborgenen, das diese Dynamik erst möglich macht. Heißer Tip und enorm ausdrucksstark.

Tracklist:

Nordost
Hier stirbt deine Jugend
Ohne Schlaf
N.E.O.N.
Generation S
Flucht ohne Refugium
Atem
C4H10
Meer aus Licht
Satelliten

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