Exilia: „Purity“

exiliaAuch nach ein paar mehr Jahren sind Exilia immer noch für eine Überraschung gut. Galten sie zu Beginn ihrer Karriere noch mit als Vorreiter an Bands, die Crossover, tiefgründigen, harten Sound mit energischen und angriffslustigen female vocals glänzend verbanden, gleicht auch diesmal das neue Scheibchen „Purity“ keinem anderen. Exilia sind nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung, die auch in der Nu Metal-Szene immer irgendwie einen Schritt voraus waren – oder zumindest schon die nächsten Grenzen lockern nahmen. Das aktuelle Album zeichnet sich durch seine zerbrechlich wirkende Kombination aus trotziger Power, staubiger Aufmachung, latenten Verzerrungen auch schon mal kindlich-mondän wirkender Melodiegebung aus.

Intensivität wird groß geschrieben, auch wenn hinsichtlich der Arrangements und der Produktion der CD-Name Programm ist: Nicht überladen, eher weniger als mehr an Effekten, dafür aber umso wirkungsvollere Nuancen. Die Umsetzung ist natürlich Exilia pur – doch irgendwie könnte die atmosphärische Stimmung auch ein wenig in die schräge Verträumtheit von Björk, Rya und Konsorten passen. Ergibt auf jeden Fall eine sehr interessante Kombination, die es sich nicht zum Ziel gesetzt hat, sofort in die Ohren und die Beine zu gehen. Tief- und feinsinnig entwickeln sich die Songs, ohne dabei an Kraft und Härte einzubüßen.

Es steckt vieles im Detail, transparent eingewebt und mit Verlaub: Furztrocken produziert. Aber genau das macht auch wiederum den Reiz aus. Voluminös ja, erschlagend nein. „One Minute“ ist nur eines jener Beispiele, die von Beginn an ihre Fänge ausstrecken und einen auf widerspenstige, eigenbrötlerische Art in ihren Bann ziehen und sich dann noch weiter entwickeln. „Purity“ ist eines jener Alben, das es dem Hörer nicht zu einfach macht – sei es bezüglich Schubladen-Denken, Party-Stimmung oder nebenbei-mal-schnell-reinhören. Läßt man „Purity“ wirken, wird man feststellen, daß man hier ein absolutes Kleinod in Händen hält. Ein wenig ähnlich „Mandylion“ (The Gathering) – nur eben Nu Metal lastiger.

Tracklist:

Bliss
Closer
Dancing For The Sky
Five Secrets
From You
New Bloom
One minute
Purity
Rewind
She´s Not Me
She´s Not Me (Bonus-Track feat. CJ Pierce)
Words

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