Stahlmann: „CO 2“

Neue Deutsche Härte und schon hagelt es Rammstein, Eisbrecher stahlmannund Konsorten durch die Birne. Vielleicht denkt der ein oder andere auch noch an Joachim Witt – aber diese Namen stehen donnernd über diesem Genre. Nun, auch mit ihrem Zweitling, „CO 2“, bedienen Stahlmann das entsprechende Publikum. Diese Szene muß sich meiner bescheidenen Meinung nach noch irgendwie selbst richtig definieren und man sollte sich für ihre Facetten nicht blind stellen, denn es gibt auch Sound-Leben ohne die „Damokles“-Schwerter. Aber wie´s nun mal so ist: Die Vorreiter sind die ersten, an die man denkt. Und nun gehen wir mal ans Eingemachte: Stahlmann weisen natürlich die typischen Merkmale auf: Durchdringender und leicht staccato-hafter Gesang, harte und kantige Riffs und eine Menge Wucht, garniert mit tiefgründiger Finesse.

Das beherrschen Stahlmann auch aus dem FF und würzen die ganzen typischen Trademarks noch mit ein bißchen Industrial-Anleihen hier, stampfigen Rhythmen dort und schneidenden Hooks. Ein absolut prägnantes Album, das trotz des eng gestrickten Genre-Korsetts seine eigene Marke setzt. So weicht der Opener „Feindflug“ schon mal keinen Meter zurück und mit „Deutschland tanzt“ hat die Band auch einen richtigen Kracher und Ohrwurm im petto. Hommage und Zynismus gleichzeitig, verpackt in hartem und doch vielschichtigem Sound.

„CO 2“ hat genau die richtige Mischung aus knackigen, mit – öhm – mächtig Badabumm auf den Punkt zu kommen und dabei doch vielseitige emotionale Richtungen einzuschlagen. Einschmeichelnd, sanft und doch wieder durch die Lyrics derb kommt „Die Klinge“ zur Geltung. Auch wenn sich schon einige Band an dieses Thema gemacht haben, hauchen Stahlmann hier dem Ganzen doch eine andere Facette an Emotionalität ein. Kranke Romantik trifft´s irgendwie. Die Grenze an sich zwischen Industrial, Gothic, Metal und der NDH sind fließender als man vielleicht glauben möchte und dieses Album macht das absolut deutlich. Naja, vielleicht muß es erst tausend Genres geben aus denen sich dann brauchbare Silberlinge und Projekte satt zusammensetzen können.
Stahlmann limitieren sich definitiv nicht, setzen aber gekonnt einen Fuß vor den anderen und lassen, besonders unter der Oberfläche viele anderweitige Elemente mit einfließen, sei s nun dezent bluesiger Natur oder ein Wechselspiel in der Dynamik, die auf den ersten Ohrdurchgang nicht so auffällt, aber in der Gesamtsumme noch mehr Power gibt.

Tracklist:

Feindflug
Plasma
Deutschland tanzt
Die Klinge
Sadist
Friss mich
Spiegelbild
Wenn Engel tanzen
Der letzte Tag
Nimm meine Hand

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