Zum Thema Verlagswesen – ein bißchen Nachsicht

Wir motzen ja so gern rum, grad in dieser Rubrik. Der Beitrag ist da nicht ganz si böse – oder. Naja, mal schauen. Aber wir versuchen´s mal. Nun, wenn man schon die Arbeit und die Arbeitsweise der Presse moniert und/ oder bewertet, sollte man auch einmal ein bißchen hinter die Kulissen blicken: Denn – TATA – eine Zeitung will finanziert sein. Nun denkst sich sicher so mancher Schlauberger: „Hö, der Euro Zwanzg reicht für des Blaaddl scho“, und irrt damit nicht selten ganz gewaltig.

Nur aus Jux und Tollerei finden sich keine Werbe-Annoncen in Zeitungen, Magazinen usw. Wobei wir nichts schön reden wollen. Grad im Internet ist es grauenhaft, wieviel Werbung da rumfliegt. Da braucht einem manchmal keiner mehr sagen, daß dient der Kostendeckung. Ab und an wird´s halt einfach affig. Nun bleiben wir aber mal bei den Blättchen, die diese Werbekunden auch in der Form brauchen. Was darf der Werbekunde im Gegenzug für – sagen wir mal – eine Seite 4-c (=4-farb)-Werbung noch zusätzlich erwarten? Eigentlich sollten die redaktionellen Inhalte dann natürlich unberührt von den Werbeinnahmen bleiben, sprich nur weil ein Hersteller, eine Firma bla bla ein paar Scheibchen auf den Tisch legt, hat er noch lange nicht eine positive Berichterstattung oder überhaupt Berichterstattung zu erwarten.

Gut, natürlich herrscht in diesem Fall eine Art Gentlemen´s Agreement und man schreibt über dieses oder jenes als kleines Bonbon. Wenn´s denn was zu schreiben gibt. Manche Kunden wollen das auch gar nicht, da ist das eine klare, geschäftliche Sache und großes Brimborium drumherum. Manche sind aber ganz frech. Nachdem bekannt ist, daß sich die Presse, dazu zähle ich nun mal auch die anderen Medien wie Funk und Fernsehen, durch Werbe-Einnahmen finanziert (der alleinige Verkauf reicht schon lange nicht mehr oder die Preise würden zu hoch), werden manche Kunden schon auch mal frech: „Wenn ihr das und das schreibt, dann schalten wir eine Anzeige…“

Noch frecher werden sie, wenn sie vielleicht sogar noch diktieren wollen, was man schreiben soll. Voll die Pressefreiheit und echte Information für den Leser. Man nehme nur das kleine Beispiel eines Vergleichstests aus Sicht der Redaktion zum Beispiel. Von der Tatsache, daß dies Markt-Mitbewerbern auch einfach unfair ist ganz zu schweigen. Die, die sich keine große Werbung rauslassen können, rutschen also auch im redaktionellen Part nach unten. So kann das ja nichts werden. Damit soll nicht gesagt sein, daß alle Magazine, Radio usw so handeln. Anmerkung am Rande hierbei aber: Daß sich Fernsehen und Radio nur dur4ch Werbung tragen können, liegt auf der Hand. Und wer sagt: „Warum, die können doch das als Hobby machen“, naja – dem brennt schlicht der Kittel. Nur, weil ein Internet-Radio etwa billiger ist, man bei youtube auch streamen kann, ist das ja keine Arbeit Nein. Niemals. Es kostet dem Ersteller der Sendung x nix, also darf der auch nix einnehmen.

Wir leben aber leider in einer Welt, in der wir (noch, haha) Geld brauchen. Kurzum: Es ist manchmal ein doofer Spagat, den Presse-Herausgeber vollziehen müssen – Geld verdienen und überleben oder unabhängig schreiben. Beides geht selten. Am besten sind noch die Nasen an der Spitze der Nahrungskette: Die Parteien. Pressefreiheit. Scho recht…

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