Die Illuminationsphilosophie

Diese Thematik wurde bereits kurz im vorhergehenden Text angeschnitten. Bei der Illuminationsphilosophie handelt es sich mit Nichten um etwaige Dinge rund zu Verschwörungstheorien oder dergleichen und es ist nicht uninteressant, legt man so mancher Namensgebung die Form dieser Philosophie zugrunde. Daher soll sie auch ein wenig mehr Platz an dieser Stelle einnehmen.

Diese Philosophie entstand etwa im 12. Jahrhundert in Persien und bedeutet soviel wie „Weisheit der Erleuchtung“. Die Illumination wurde durch den Urheber dieser Philosophie, Shihab ad-Din as-Suhrawardi, in den Mittelpunkt seiner Thesen gestellt und entspricht in etwa der „Philosophie des Lichts“, sollte dabei aber nicht mit der Lichtmetaphysik oder den Illuminationslehren aus anderen Richtungen verwechselt werden. Nun, was macht die Illuminationsphilosophie nun eigentlich aus: Sie stellt nicht, wie gewöhnlich, den induktiven Weg der Erkenntnisgewinnung in den Vordergrund, wie es die meisten Formen der Philosophien zum Thema Weltanschauungen etc tun.

Vielmehr steht hier die intuitive Erkenntnis an vorderster Front, sprich man versteht etwas, weil man es eben versteht. Dies in erster Linie. Es wird ein Song etwa einfach erfaßt, verstanden. Ohne daß es einer Erklärung, einer Aufschlüsselung des Textes etc bedarf. Diese Versuche der Erklärung folgen im Nachhinein, d.h. eine diskursive Form der Erkenntnisgewinnung folgt, in dem, entgegen dem intuitivem Weg, versucht wird, durch logisches und begriffliches Verständnis. So steht in der Illuminationsphilosophie auch die Essens, das Wesen vor der Existenz, was gut und oft auf Kritik stößt, doch wo ist dies nicht der Fall…

In dieser Philosophie wird mit dem Bildnis des Lichts gearbeitet, mit Hilfe dessen ein Zusammenhang zwischen einem Gott und dessen Schöpfung hergestellt wird. „Gott“ als DAS Licht schlechthin, die Realität stellt einen dauerhaftes Licht dar, insofern ist die Realität ein Teil Gottes. By the way: Initiator Suhrawardi wurde hingerichtet, die Umstände sind – sozusagen – Verschlußsache. Auf jeden Fall gefiel nicht jedem, der seinen Thesen lauschte, was er da so zu Gehör bekam, stellte diese Philosophie in ihrer Weiterführung einige Dingelchen gewaltig in Frage.

Die Annahme Suhrawardis stellt sich wie folgt dar: Die Essenz einer Sache kann nicht in bestimmten Kategorien wahrhaftig verstanden werden, nur Teile ihrer Existenz. So kann man also nie endgültig zu einer wahren Erkenntnis gelangen, wählt man nicht den intuitiven Weg zur Weg. Dies schließt nicht aus, daß Erkenntnisse logisch nachvollzogen werden und wurden bzw dies selbstredend ein wichtiger Bestandteil war, doch steht dies eben nicht an erster Stelle. Diese Form der Erkenntnisgewinnung wird auch gern mit dem Erfahren von Schmerzen verglichen: Unmittelbar und ganz. Etwas muß so nicht nur optisch oder akustisch wahrgenommen werden, sondern in seiner Gesamtheit erkannt werden, in seiner Essenz. Suhrawardi selbst nannte dies auch „Erkennen durch Gegenwart“, daher auch der Terminus der Illumination, der Erleuchtung.

Um bei dem dazugehörigen Bildnis zu bleiben: Das Licht, da Gott sozusagen ausstrahlt, steckt also in allem, wirft sich auf alles und reflektiert, nicht nur untereinander, auch zurück zum Ursprung.

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