The Gunman

Hauptakteur Sean Penn war auch bei diesem Film an Drehbuch und als Produzent mit von der Partie, man kann also davon ausgehen: Leichte Kost ist der Film nicht unbedingt. Schauspielerisch liefert Penn hier einmal mehr eine herausragende Leistung ab. In der Rolle des Jim Terrier räumt der Gute ganz gewaltig auf, doch langsam und erstmal auf Anfang. Terrier war einst bei den Special Forces im Dienst, wandte sich dann aber einer Gruppierung von Söldner zu, die sich, wie es eben nun mal Usus ist, um „besondere“ und prekäre Aufgaben kümmert.

Macher Pierre Morel konnte so einmal wieder beweisen, daß es durchaus gelingen kann, etablierten Schaustellern, wie seinerzeit auch Liam Neeson als Action-Champ in *96 Hours*, auch einmal the gunman covereinen anderen Charakterstempel zu verpassen.

Um anderen Staaten den Zugang zu den Erdschätzen im Kongo zu erleichtern, steht nun der Auftrag im Raum, den Bergbauminister der Republik Kongo auszuschalten – der ausführende Schütze muß danach sofort den Kontinent verlassen. Die Wahl fällt auf Jim, er muß seine Freundin Annie, dort als Ärztin verdingt, zurücklassen. Jahre später sucht Jim den Kongo dennoch abermals auf, nicht mehr als Söldner, er macht sich im Rahmen einer Hilfsorganisation verdient. Es ereignen sich kuriose Geschehnisse, so entkommt er einem Überfall nur um Haaresbreite und er flieht erneut nach London … Jim will der Sache auf den Grund gehen und kommt den Konsequenzen seiner Vergangenheit auf die Spur. Eine nicht gerade berauschende Erkenntnis macht sich hierbei breit: Einige seines damaligen Trupps scheinen wohl zum Abschuß freigegeben.

Mehr und mehr nähert sich Jim dem Intrigennetz und umso mehr Action bietet dieser Film auch. Die darstellerische Leistung der Akteure ist durch die Bank absolute klasse und herrlich erfrischend: Die Rolle der Annie (gespielt von Jasmine Trinca) stellt im Gegensatz zu anderen Filmen nicht das arme, hilflose, aber permanent wie am Spieß schreiende Weibchen dar. Geschockt, ja, ängstlich, ja, aber eben nicht die ganze Zeit am Rum-Hysterieren (ja, ich weiß, das Wort gibt es nicht).the gunman 2

Sehr interessant gemacht ist an diesem Film auch die Tatsache, daß Mißstände, wie Attentate zu Gunsten der Wirtschaft usw nicht etwa als DIE Enthüllung schlechthin dargestellt werden oder im Abspann auf tausend weitere Dramen aufmerksam gemacht wird. Diese fließen schlicht als gegeben in die Story mit ein, es werden erst gar keine großen Verschwörungen und Vermutungen angestellt. *The Gunman* ist ein großartiger Film, kurz heraus, eine realistische, ernüchterende Darstellung der Welt und der Menschen, wie sie nun mal leider wirklich sind dient als Basis für eine dynamische, nicht zu emotionale, kämpferische und wiederum nicht effekt-haschende Story.

Bodenständig, geradlinig, auf den Punkt gebracht und erstklassig umgesetzt. Auch wenn an sich die Thematik „Mitverschwörer werden von den eigenen Leuten ausgelöscht“ nicht bahnbrechend neu ist, ist es doch die Art und Weise der Umsetzung, die diesen Film groß macht. Es gibt eben Helden-Geschichten und Helden-Geschichten. (Studiocanal)

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