Mercy – der Teufel kennt keine Gnade

*Mercy*? Kennt Ihr nicht? Na, dann wird´s aber Zeit, auf jeden Fall für Fans von Stephen King und solche, die Horrorfilme mit einem Hang zum Okkulten lieben. An sich beginnt diese Story ähnlich harmlos wie die meisten Geschichten von Stephen King nun mal beginnen – nun ja, eine beschauliche, ländliche Gegend ist ja immer mercyirgendwie dabei. *Mercy* basiert auf der Novelle *Gramma*, die bereits 1984 veröffentlicht wurde und als Vorlage u.a. auch für Themen der *Twilight Zone* dienten. Horror-Freaks dürften auch mit Schauspieler Dylan McDermott in der Rolle des, vorgründig, netten Nachbarn Jim Swann ein bekanntes Gesicht erspechteln, der Gute fungierte schon unter anderem in einer der Hauptrollen der ersten Staffel vom *American Horror Story* sowie als „Brut des Bösen“, sprich Sprößling von „Bloddy Face“ in der zweiten Staffel (*Asylum*).

Den Jungen Georgie und seine Grandma Mercy verbindet schon immer etwas besonders, der Kleine liebt seine Großmutter abgöttisch. Jedoch sehr argwöhnisch wird die gute Dame von ihrem Umfeld beäugt, nicht zuletzt da sich seltsame, erschreckende Geschichten um ihr Leben ranken: So spaltete sich ihr Ehemann selbst den Schädel, ihr Leben war bis zu einem gewissen Punkt begleitet von Fehlgeburten – böse Zungen sind der Meinung, Mercy habe sich als früher absolut gläubige Frau von Gott, vom Guten abgewandt, um sich ihren sehnlichsten Wunsch, ein Kind (okay, wurde eine Trillingsgeburt) zu erfüllen. Doch eben nicht ohne Konsequenzen. Eines Tages erleidet Mercy eine Art Anfall, es wird von Schlaganfall gesprochen, die alte Dame wird eingeliefert, doch es kommt, wie es kommen muß, seltsame Ereignisse, auf die nicht näher eingegangen wird, häufen sich und Georgie, sein Bruder Buddie und deren Mutter Rebecca nehmen Grandma zu sich. Nachdem übrigens auch Onkel Lan das eigentlich für die Pflege gedachte Geld verpraßt hat und sich dauer-alkoholisiert auch mit seinem ganz eigenen, bitterbösen Humor weigert, Mercy aufzunehmen. Das dritte Kind im Bunde, Jinny, ist selbst Insassin einer Anstalt, nachdem deren Mann einen angeblichen Bärenangriff im Wald zum Opfer fiel.

mercy 2Mercy bringt Georgie, der sich immer wieder hilfesuchend an seine, namentlich nicht erwähnte, imaginäre Freundin wendet, dazu, ihr zu helfen – er tauscht die verordneten Medikamente gegen Kochsalzlösung. Die liebe alte Dame ist in seinen Augen eben nichts anderes als das. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellt, doch mehr soll jetzt auch nicht verraten sein. Natürlich lebt der Aufbau der Geschichte von bekannten Entwicklungen und Szenarien, natürlich sind die Schreckmomente für abgebrühte Horrorfreaks zumeist bekannt, dennoch sei aber gesagt, daß der Film zum einen nicht einfach eine lieblos zusammengeschusterte Sache ist und auch das eigentliche Motiv, daß der ganzen Story erst seinen Faden gibt, an sich schon ein bißchen aus dem Rahmen fällt. Insofern setzt die Geschichte nicht nur auf Bewährtes und Bekanntes. Viel Effekthascherei findet an sich nicht statt, der Movie wirkt eher bodenständig und punktet mit Atmosphäre, entsprechender Beleuchtung und nicht mit großem Tamtam.

*Mercy* erinnert dabei in der Machart an andere Verfilmungen von King-Büchern, u.a. auch *Der Nebel* – auch dieser Film wirkt handgemacht, echt und vor allem verdammt gut gespielt. Fans dieses Genres sollten auf alle Fälle zugreifen und einen Blick riskieren, auch die Handlung um „das Buch der Tränen“ – diese Idee hat einfach etwas. Klar, ein Schocker wie *1408* ist dieser Film nicht und auch werden das eine oder andere Klischee bedient – doch *Mercy* paßt genauso wie er ist. Gekonnt gemacht sind auch die fast natürlichen Einstreuungen von menschlichen Veränderungen, das wahre Gesicht eines Charakters – solche Erkenntnisse werden nicht aufgebauscht oder in den Vordergrund mangels Inhaltsfülle gedrängt. *Mercy* bleibt straff und schneidet andere Punkte, über die man auch als Nicht-Horrorfan sinnieren und philosophieren kann, mit Leichtigkeit am Rande an, allein bereits wenn es um die Frage geht, daß ältere Familien Mitglieder eben nicht abgeschoben werden. (Universal Pictures)

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