Ist die Presse einfach durch?

Hm, unsereins ist einfach mal geneigt zu sagen: JA. Aber mit Volldampf die Karre im Dreck versenkt. Gut, ich könnte mit dieser atemberaubenden Erkenntnis diesen Post auch gleich wieder schließen, denn auf Punkt gebracht ist die Meinung damit.

Ganz so einfach wollen wir es uns aber nicht machen. Fragen wir doch zu erst einmal warum dem so ist. Ganz bös´ g´sagt sind wir wieder ins Mittelalter zurück gefallen, als die bitterböse Kirche das Lesen nur elitären Haubentauchern erlaubte, oder anderzeits und -orts, wo eben auch nicht jeder Lesen lernen durfte. By the way: Mit´m Schreiben hatten´s die Leute dann somit also auch nicht so wirklich, gelle. Fei echt!

Lernen durfte nur, wer halt eben „auserwählt“, also betuchter oder großkopferter war oder sonstwas, oder es ging nach der Geschlechterfrage (ja, gibt´s ja immer noch). Unterm Strich heißt das schlicht eben nichts anders als: Infos darf nicht jeder haben. Heutzutage dürfen die meisten lesen lernen (gut, die Kinder an der Schule verfluchen´s manchmal, schätz´ ich) – und das ist auch gut so. Sprache ist nicht nur etwas wundervolles, wenn man seinem Gegenüber gewählt sagen kann, daß er/ sie leise gehen, also sich schleichen soll (= Land gewinnen), man sein Gegenüber elegant auszukontern vermag oder schlicht einen Vortrag halten muß.

Nehmen wir als Beispiel den Turmbau zu Babel: Bibel hin oder her, auf jeden Fall war es den Leuten, die das Zeugs zusammengeschrieben haben, wohl wichtig genug, auf Sprache als Kommunikationsmittel einzugehen, daß genau diese durch Gott als Strafe für die Hochnäsigkeit der Menschen zerstruet wurde. Gut, heut hamma den Salat und dürfen uns in manchen Fällen mit Händen und Füßen verständigen (nein, Tritte in die Eier sind dabei nicht gemeint).

Sprache hat Kraft. Und, um auf´s Thema zurückzukommen (jaja, ich weiß, ich schweif gern ab, pfff, ich darf das): Das geschriebene Wort hatte auch den Wert von Information. Ganz wichtig, merken, gell. Gut, nun kann man sagen: „Hey, is doch mir wurscht, i hob an Fernseher. “ Das war jetzt übrigens bay´risch. Ja, schee für di… und a schee, daß´d da Nachrichten ohean kannst (=anhören kannst), aber was hilft´s denn?

Liebe Leser, eines muß man doch mal ganz klar gesagt werden: Erst ist das Lesen an sich verboten worden. Dann Bücher unter Verschluß gehalten (wie auch andere  – nennen wir es mal – Wissensblätter etc)… und heute? Ja, wenn alles nix mehr hilft und jedermann heutzutage fast alless finden kann, was er/ sie will, erfindet man halt nur noch Kack, veröffentlich den und nennt es: Tata: Presse. Ja, wos, Presse von Presswurscht, Presse von erpresst worden sein, daß man den Mist oder Unwahrheiten schreibt? Presse von schlecht gesch… und dann pressen müssen? Es ist mir schleierhaft.

Fakt ist: Ich schimpf mich selber Sauklauerin, also Redaktions-/Journalistenmensch und ich will sicher nicht die ganze Zunft über einen Kamm scheren. Aber wie schaut´s denn aus? Entweder es kommen nur aufgebauschte Katastrophenmeldungen (schön zum Ablenken vom Fracking, ha?), die Wahnsinnsenthüllungen sind dann wahrscheinlich jene, wo man erfährt, daß der eine Haxen von Angelina Jolie 0,5 cm länger ist als der andere… und bei den wirklich wichtigen Themen wird gelogen, gemauschelt oder auch ganz nett (und ich schau jetzt mit meinem inneren Auge niemanden ganz tief in das rabenschwarze Köpfchen – rabenschwarz, weil leer und Licht aus): Diffamierungen, die keine Sau aushält.

Informative Blätter und Sender halten sich dezent mit Dokus im Hintergrund oder sind im Free TV eh nicht zu bekommen, kritische Sendungen wie etwa „Neues aus der Anstalt“ (sehr genial, da auch nicht wirklich politisch Interessierte einfach einen Zugang zwangsläufig durch die Bissigkeit der Sendung und der jeweiligen Akteure finden) kommen  mitten in der Nacht bei ZDF (pauschal wegen der GEZ eh schon unten durch) und was sich früher für Kunst einsetzte, bringt heut „Entertainment“ an den Start. Ja, wunderbar, sog i da. ENTERTAINMENT. Ja, unbeschwerte Unterhaltung ist was tolles, ein bißchen Luft für die Seele, aber zu 90 Prozent hirnloser Krampf nach Schema F ( und da brachte man mal den Witz „was denkt ein Bassist auf der Bühne? A -A, E-E…“).

Das ist einfach nicht Fisch, nicht Fleisch, sondern Gammelfischfleisch, sorry. Das Problem ist hierbei nicht wirklich, daß nicht ALLE Zeitungen, Sender, Journalisten bei der Wahrheit und sogenannten investigativem (früher stand das für Enthüllungen und nicht für Daniel Düsentrieb) Berichterstattung bleiben/ geblieben sind. Das echte Problem ist auch nicht, daß hier geschmiert wird, daß Sachen unter den Teppich gekehrt werden, die Politik das Gleichgewicht im Blätterwald tütelt…

Das echte Problem ist: Es ist aufgefallen.

Und somit, liebe Presse: Nachdem man den Wind aus den Segeln genommen hat, hat man zudem folgendes geschafft: Das Vertrauen ist hinüber. Es ist schön zu wissen, wenn man jemanden nicht glauben kann. Oder auch, wenn EINEM Bericht von Blatt XY nicht glauben kann. Aber im Grunde ist die Presse an einem Punkt, daß eben null Glaubwürdigkeit mehr vorhanden ist. Alles wirkt schwammig, vorsichtig – oder verlogen.

Vielleicht war´s einfach zuviel des Guten – die Presse hatte viele Chancen, denn eigentlich heißt es ja, wer einmal lügt… Meiner bescheidenen Meinung nach glaub ich lieber gar nix mehr und schau mir die Welt selber an. Das „Zeugnis Anderer“, daß diese Branche an den Tag legt, ist ein Armutszeugnis geworden. Sorry, genug geschimpft.

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